Was unterscheidet Coaching, Beratung und Training voneinander?

Diese Begriffe werden häufig verwechselt oder bedeutungsgleich verwendet. Die folgende Übersicht soll Ihnen dabei helfen, die Unterschiede zu erkennen:

 Coaching

Ziel eines Coachings ist es, den Auftraggeber (Coachee) ein Stück weit auf dem jeweiligen Weg zu begleiten und durch gezielte Fragestellungen Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand zu geben. Im Gegensatz zur Beratung zeigt der Coach Handlungsmöglichkeiten auf und weckt vorhandene Ressourcen des Coachees, ohne ihn zu beraten. Denn beim Coaching wird davon ausgegangen, dass die für den Klienten beste Lösung bereits in ihm schlummert, bzw. erarbeitet werden kann. Der Coach zeigt Optionen auf, damit Begabungen und Möglichkeiten selbst erkannt werden, weist auf hinderliche Denkweisen, Glaubenssätze oder Gewohnheiten hin und lässt die jeweilige Situation aus einer anderen Sichtweise betrachten. Er hat keine vorgefertigte Anleitung parat, sondern schafft den Rahmen, damit der Coachee seine individuelle Lösung selbst entdeckt. Coaching ist eine Prozessbegleitung auf Augenhöhe und keine Fachberatung sowie kein Training. Es geht weniger darum, WASgenau zu tun ist, sondern WIEder Klient sein Ziel am besten erreichen kann. Aufgabe des Coaches ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich der Klient wohlfühlt und sich öffnen kann, damit er persönlich wachsen und sich entwickeln kann. Kreativität, gegenseitiges Vertrauen und Emotionalität sind dafür ebenfalls von Bedeutung.

 

Beratung

Im Gegensatz zum Coach hat der Berater den ganz klaren Auftrag, mit seinem Fachwissen ein bestimmtes Problem zu lösen. Er kann konkrete Ratschläge zu einem bestimmten Anliegen geben. Ein Coach stellt viele Fragen – der Berater hingegen redet mehr als zu fragen und gibt Empfehlungen zur Ergebnis- und Prozessverbesserung, wobei Beratung nicht als Prozessbegleitung zu verstehen ist. Der Berater stellt Informationen zur Verfügung, die die rein fachlichen Fragen des Klienten beantworten und hält Lösungsvorschläge parat. So erhält der Klient einen fachlichen oder technischen Zugewinn an Wissen. Zahlen, Daten und Fakten sind wesentlicher Bestandteil einer Beratung. Anhand derer wird die Ausgangsposition aufgezeigt sowie Ziele festgelegt, was die Erfolge messbar macht. Beratung ist eher rational, der Fokus liegt auf der Erreichung der gesetzten Ziele ohne Umwege. Natürlich ist wie bei jeder geschäftlichen Beziehung eine grundsätzliche gegenseitige Sympathie wichtig, allerdings wird anders als beim Coaching keine tiefere Beziehung zwischen Berater und Klienten aufgebaut.

Training

Beim Training geht es in erster Linie um das Erlernen eines festgelegten Ablaufmusters, um sich bestimmte (ideale) Verhaltensweisen anzueignen. Die individuellen Bedürfnisse des Klienten werden berücksichtigt, im Fokus stehen allerdings die Trainingsinhalte selbst. Ziel dieses methodischen Vorgehens im Gegensatz zum Coaching oder zur Beratung ist es, fachliche Kompetenzen und Einsichten zu erweitern, sich bestimmte Fähigkeiten anzueignen oder bestimmte Methoden zu erlernen und zu trainieren. Ob Verkaufstraining, Rhetoriktraining, Führungstraining, etc. – charakteristisch ist der Aspekt der Übung. Der Trainer leitet den Klienten an, gibt entsprechendes Feedback und korrigiert die Vorgehensweise, wenn notwendig. Dadurch können spezielle Fertigkeiten aufgebaut und verbessert werden. Wie bei der Beratung ist es auch beim Training nicht notwendig, dass eine sehr tiefe und vertrauensvolle gegenseitige Beziehung aufgebaut wird.